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Omaruru

Fünfzig Kilometer nördlich von Karibib an der C33 liegt das kleine Dorf Omaruru am gleichnamigen Fluss. Das Omaruru Rivier ist normalerweise trocken, von ein paar Kolken hier und da einmal abgesehen. Auf Grund des reichlich vorhandenen Grundwassers wirkt der Ort jedoch vergleichsweise grün.

Die Geschichte von Omaruru ist eng mit der Geschichte der West Herero verknüpft, die Mitte des 18ten Jahrhunderts mit ihren Herden aus dem Kaokoveld nach Süden gewandert waren und sich hier ansiedelten. Der Missionar Gottlieb Viehe zog 1872 aus Otjimbingwe - dem 100 Kilometer südlich gelegenen Missionszentrum der Rheinischen Kirche - nach Omaruru und baute ein Missionshaus. Viehe übersetzte die Bibel in die Herero Sprache und erreichte, dass viele Herero in der Omaruru Region Christen wurden, unter anderem ihr Häuptling Wilhelm Zeraua.

Deutsche Siedler fanden um die Jahrhundertwende Interesse an der Omaruru Region und gründeten Farmen, vor allem an den Ufern des Flusses, wo das Weideland am besten war. Eine 20 Mann starke Schutztruppen-Garnison wurde zum Schutz der Siedler in Omaruru stationiert.

Im Januar 1904 kam es jedoch zum dramatischen Aufstand des Herero Volks in Namibia. Auch Omaruru war davon betroffen. Die Hereros überfielen die Farmen und umzingelten den Ort. Die Schutztruppe war kurz zuvor ins 400 Kilometer entfernte Gibeon im Süden marschiert. Hauptmann Viktor Franke, Kommandeur der Omaruru Kompanie, kehrte mit seinen Männern sofort um, als ihn die Nachricht vom Aufstand via Heliograph erreichte.

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Nach einem nur 5tägigen Gewaltmarsch von 900 Kilometern gelang es Franke, zunächst Windhoek und Okahandja zu entlasten und anschließend den Belagerungsring der Hereros um Omaruru zu durchbrechen und die eingeschlossenen Siedler zu befreien.

Der Beobachtungsturm in Omaruru stammt aus dem Jahre 1908. Er wurde gebaut, um in Zukunft eine bessere strategische Position zu haben. Zu Ehren des Hauptmanns Viktor Franke wurde er nach ihm benannt.

Das soziale Klima in Omaruru hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Zu den Alteingesessenen haben sich etliche Künstler und Kunstwerkwerker gesellt, die dem Ort ein moderneres Flair verschaffen. Bemerkenswert ist das Tikoloshe Afrika Zentrum an der Ortseinfahrt, das kunstvolle Holzschnitzereien anbietet. Eine weitere Attraktion stellt die Kristall Kellerei der Familie Weder dar, die es trotz des heißen, trockenen Klimas schafft, exzellente Weine in Omaruru zu produzieren.

REISEHINWEISE + UNTERKUNFT

Foto oben: "Franke Turm". Links: Sand Dragon Bistro.

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Selbstfahrer Reise durch Namibia