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Okakarara / Hereroland

Okakarara liegt wenige Kilometer südöstlich des Waterberg Parks an der C22 Pad. Die geteerte Straße verläuft bis hinein in das kleine Dorf, doch links und rechts davon ist es staubig. Sandige Wege führen zu verstreut liegenden ärmlichen Hütten. Davor spielende Kinder. Unter einem schattigen Akazienbaum sitzen Menschen im Sand. Eine Frau in traditioneller Hererotracht näht an einem Kleid.

Einstmals lag hier das Homeland "Hereroland", das nun Otjozondjupa Region heißt. Auch heute noch kann man hier das traditionelle Leben der Hereros kennenlernen. Im Zentrum einer jeden Siedlung liegt der Rinderkraal, eine aus langen Holzstöcken gefertigte Einzäunung. Der Kraal schützt die Herde insbesondere vor nächtlichen Angriffen von Raubtieren. Schon seit Hunderten von Jahren sind die Hereros ein Hirtenvolk. Im Mittelpunkt ihres Lebens steht die Rinderherde. Sie ist die Grundlage ihrer wirtschaftlichen Existenz und zugleich wichtigstes Statussymbol. "Ohne Rinder gilt ein Mann nichts", heißt es bei den stolzen Hereros. Viele Rinder sind heilig und können lediglich als Opfertiere verwendet werden. Andere wiederum dürfen nur zu besonderen Anlässen getötet werden, zum Beispiel wenn der Besitzer einer Herde stirbt.

Wichtigstes Nahrungsmittel der Hereros ist die Sauermilch, 'Omaere' genannt. Sie wird in großen Kalebassen aufbewahrt. Allabendlich wird frische Milch hinzugeschüttet. Morgens muss die Omaere zunächst vom Sippenältesten gekostet werden. Erst dann dürfen Frauen und Kinder davon trinken.

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Der Ahnenkult hat eine große Bedeutung im alltäglichen Leben vieler Hereros, auch heute noch. Am Abend sitzen sie oft vor dem geweihten Omumborumbonga Baum am 'Okuruo', dem heiligen Feuer, das niemals erlöschen darf. Dann nimmt der Sippenälteste Kontakt mit den Vorfahren auf. Im lauten Selbstgespräch holt er sich Rat und Hilfe oder beichtet Fehler und Vergehen.
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Die Weiden sind karg im sandigen Hereroland. Die Zahl der Rinder ist zu hoch, die Niederschläge sind zu gering, und die Fläche ist zu klein. So ist die Region hoffnungslos überweidet. Der Staat versuchte, den Tourismus anzukurbeln, um Jobs für die Menschen von Okakarara zu schaffen. 2004 entstand mit deutschen Entwicklungshilfe Geldern ein kleines Kulturzentrum mit Ausstellungen zur Herero Kultur, einem Café und Souvenirshop. Doch das Zentrum wird nur halbherzig geführt. Die wenigen Touristen bevorzugen zudem das Okaepe Living Museum, 55 Kilometer östlich von Okakarara gelegen. Das Museum wurde von Frau Batseba Rukero in Eigenleistung aufgebaut. Die engagierte Lehrerin bietet Besuchern eine authentische Erfahrung und einen fundierten Einblick in die traditionelle Lebensweise und Kultur des Herero Volks. Natürlich lernt man dabei auch, wie die Hereros Sauermilch machen. Man kann auch dem Schulunterricht der Kinder beiwohnen, und sogar die Teilnahme an "Holy Fire" Szeremonien ist möglich.

Fotos: Oben Herero-Frau mit traditioneller Kopfbedeckung kocht Millipap auf offenem Feuer vor ihrem Haus. Links Kalebassen mit Omaere. Die Frauen warten auf den Sippenältesten, der die Sauermilch kosten muss.

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