gb

Bethanien 01 Bethanien 02

Bethanien

Bethanien liegt an der C14 Pad, die rund 110 Kilometer westlich von Keetmanshoop von der B4 abzweigt und nach Norden führt.

Der Ort hat eine starke Quelle, und schon sehr früh - vermutlich seit 1804 - siedelten darum Orlam Nama in diesem Gebiet. 1814 wurde der Missionar Johann Hinrich Schmelen von der Londoner Missionsgesellschaft nach Bethanien geschickt, um die Nama zu christianisieren. Schmelen errichtete das erste Steinhaus in Namibia. Das von Palmen umgebene "Schmelenhaus" steht heute unter Denkmalsschutz.

Pastor Schmelen heiratete eine Nama-Frau, Zara, die ihm half, die Nama Sprache (Khoisan) zu erlernen und Teile des Neuen Testaments zu übersetzen. Die Missionsarbeit erwies sich dennoch als sehr schwierig. Die Nama unternahmen fortwährend Raubzüge gegen die Herero. Viele misstrauten dem Missionar, und als er für die langandauernde Dürre sowie eine furchtbare Heuschreckenplage verantwortlich gemacht wurde, gab Schmelen schließlich auf und verließ mit seiner Frau und seinen vier Kindern Bethanien im Jahre 1828.

bethanien_quelle
bethanien_pastor

Die Mission von Bethanien wurde einige Jahre später von der Rheinischen Missionsgesellschaft übernommen, die eine Kirche in Bethanien errichtete.

Das kleine Bethanien - es zählt rund 3000 Bewohner - ist heute ein kleiner Versorgungsstützpunkt, wichtig für die Farmer und Nama Siedlungen in der Umgebung. Bethanien hat mehrere imposante Kirchen, alle in unmittelbarer Nähe des Schmelenhauses. Die beiden schönsten und ältesten Kirchen gehören zur evangelisch-lutherischen Gemeinde. Zum sonntäglichen Gottesdienst sind auch Besucher herzlich eingeladen. Die Predigtsprache ist meistens afrikaans. Besonders beeindruckend sind die Gesänge der Nama Gemeinde.

REISEHINWEISE

Fotos: Oben Pastor Dean du Toit von der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Bethanien. Unten links die Quelle von Bethanien, umgeben von einem Palmenwäldchen

planban

Selbstfahrer Reise durch Namibia