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Tsumkwe

Die kleine Streusiedlung Tsumkwe liegt am Rande der Kalahari und ist Distriktzentrum des einstigen "Buschmannlandes", heute Teil der Otjozondjupa Region. Hier leben die San, volkstümlich als 'Bushmen' oder "Buschmänner" bezeichnet. Sie sind die älteste Bevölkerungsgruppe in Namibia und leben seit vermutlich 20.000 Jahren im südlichen Afrika. Die südafrikanische Homeland Strategie wies ihnen das entlegene "Buschmannland" zu, ein wüstenhaftes Gebiet zwischen Khaudum (Kaudom) Park und Omaheke. Man erreicht es über die C44 Pad, die nördlich von Grootfontein von der B8 abzweigt und zum 250 km entfernten Tsumkwe führt.

Mehrfach zweigen schmale sandige Wege von der Straße ab und führen in den Busch. Folgt man ihnen, so trifft man meist auf verstreute San Siedlungen. Die kleinwüchsigen, freundlichen Menschen sind eigentlich Jäger und Sammler. Die Frauen sammeln Wildfrüchte, Beeren und die stärkemehlhaltigen Feldzwiebeln, während die Männer der Jagd nachgehen. Die San haben ein sehr tiefgehendes Verständnis der Natur und ihrer Ökologie. Sie sind in der Lage, Hunderte von Pflanzenarten zu unterscheiden und gelten zudem als ausgezeichnete Fährtenleser. Man schätzt, dass rund 30.000 San in Namibia leben, davon jedoch nur noch höchstens 2000 auf traditionelle Weise. Außer dem Mangel an Land ist es vor allem der Alkoholismus, der die Kultur der San bedroht.

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Die San sind meisterhafte Bogenschützen. Der Bogen ist relativ klein, und die Reichweite der Pfeile liegt damit unter 25 Metern. Buschmänner müssen sich deshalb recht nah an ihre Beute heranpirschen, worauf sich die geschmeidigen Jäger allerdings auch bestens verstehen. Ist ein Tier von einem Pfeil getroffen, so hat es keine Chance zu entkommen. Die vergifteten Pfeilspitzen sind absolut tödlich. Das Pfeilgift wird aus der Larve des Gefleckten Pfeilgiftkäfers (Diamphidia nigroornata) gewonnen. Nach einem Rezept, das nur die Buschmänner selbst kennen, werden verschiedene Kräuter hinzugefügt, um die Wirkung zu verstärken. Gegen das Pfeilgift der San hat noch niemand ein Gegengift gefunden. Auch für Menschen gibt es keine Überlebenschance, selbst wenn nur geringfügige Mengen des Gifts in die Blutbahn gelangen.

Tsumkwe selbst macht einen wenig einladenden Eindruck. Eine Tankstelle, ein Verwaltungshaus, eine Polizeistation, eine Lodge, viel mehr gibt es nicht. Südlich des Ortes gibt es jedoch seit 1998 ein interessantes kommunales Projekt. Die Ju/'hoansi San Community hat hier die Nyae Nyae Conservancy eingerichtet, ein Wildschutzgebiet mit einer Ausdehnung von rund 30 mal 35 km. Es liegt um eine Pfanne herum, in der sich nach starken Regenfällen ein See bildet. Nyae Nyae ist sehr wildreich.

Von der Tsumkwe Country Lodge werden San Safaris organisiert. Die Ju/'hoansi vermitteln den Besuchern dabei Einblick in ihre Lebensweise. So kann man mit den Männern gemeinsam auf die Jagd gehen und einen Springhasen erlegen, oder mit ihnen einen Elefanten verfolgen oder den Frauen beim Sammeln und Kochen von Feldfrüchten zusehen.

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Selbstfahrer Reise durch Namibia